Über Mads Langer
Wo genau soll man mit Mads Langers Geschichte anfangen? Die Story, an deren vorläufigem Höhepunkt die Veröffentlichung seines ersten internationalen Albums „Behold“ steht? Der ganz offizielle Start lässt sich wohl im November 2009 verorten, als der dänische Sänger und Songwriter seinen Lebensmittelpunkt nach London verlagerte. Nach zwei Alben in seiner Heimat stand er gerade kurz davor, die Geschäftsbeziehungen zu seinem Label abzubrechen, als ihm die Anfrage einer dänischen Radiostation ins Haus flatterte, ob er eine Coverversion für ihre „Best Of 90s“-Serie beisteuern wolle.
„Ich arbeitete mich durch ich-weiß-nicht-wieviele Neunziger-Jahre-Dance-Compilations, bevor ich endlich ein Stück fand, dessen Text einen Sinn hatte“, erinnert er sich. Der Song war „You’re Not Alone“ von Olive. „Ich arbeitete ein wenig an den Arrangements, flog nach Dänemark, ging in ein Studio, nahm das Lied in einigen weniges Takes auf und kehrte nach London zurück, ohne weiter darüber nachzudenken.“
Ein Jahr später stand Mads Langers gefühlvolle Version von „You’re Not Alone“ an der Spitze zahlreicher europäischer Charts und der Skandinavier fand sich plötzlich auf Bühnen vor mehr als 130.000 Zuschauern wieder, die seine Musik hören wollten. Jüngst wurde sein Song „The River Has Run Wild“ in der TV-Serie „The Vampire Diaries“ verwendet, der sich ebenfalls auf „Behold“ finden wird.
DAS ist die offizielle Geschichte. Diejenige, die wir alle kennen. Aber der Prozess, der letzten Endes zur Entstehung des intensiven, romantischen, fragilen und melancholischen Albums führte, beginnt weit früher. Als Sohn eines Lehrer-Ehepaars mit einem Faible für Musik, begann Mads bereits im Alter von drei oder vier Jahren mit Klavierstunden. Es gibt ein altes Foto von ihm, auf dem er als Kleinkind zu sehen ist. Er ist zu klein, um die Tastatur zu erreichen, aber er stellt sich auf die Zehenspitzen, um ein paar Töne spielen zu können. Auf gewisse Art und Weise ist genau dies der Ursprung von „Behold“. Neben der Verbesserung seiner musikalisch-handwerklichen Fähigkeiten, eignete sich Mads auch ein profundes Wissen an, dass sich von Klassik über Jazz bis zu Punk erstreckt. Und da ist nicht zuletzt seine Stimme, mit der er engelsgleiche Töne erzeugt und die oft mit dem Gesang von Jeff Buckley, Thom Yorke und Chris Martin verglichen wird.
Mit fünfzehn setzte sich Mads in den Kopf, eines Tages nach New York zu ziehen und Rockstar zu werden. Ein paar Jahre später lud ihn ein Talentscout nach einer Audition in der 20.000-Einwohner-Stadt Skive zu einem Bier ein und schlug ihm vor, er solle seine Songs nehmen und mit dem Zug nach Kopenhagen fahren. Als der 20-jährige mit ein paar selbst produzierten Demos im Gepäck in der dänischen Hauptstadt ankam, schien alles seinen richtigen Weg zu nehmen. Schnell stand er im Ruf, der kommende Popstar des Königreichs zu sein. Er war der junge Musiker, auf den man Auge haben sollte. Die Medien liebten ihn und die Musikindustrie war überzeugt davon, dass er den Durchbruch schaffen würde. Zwar gelang ihm gleich mit seiner Debütsingle ein Hit, doch das folgende erste Album fand leider kaum Beachtung.
Mit 22 fand sich Mads tatsächlich in New York wieder und sogar kurz davor, die Rockstar-Träumereien zu verwirklichen, die er sich sieben Jahre zuvor vorgestellt hatte. Wieder wurde ihm gesagt, er sei ein großes Talent, ein Star, eine Name mit Zukunft. Diesmal sollte der Traum tatsächlich Wirklichkeit werden. Doch Mads verspürte keine Euphorie mehr, er hatte genug von den Visionen, die andere Menschen von ihm hatten. Er hatte den Glauben daran verloren – und an seine Musik. Voller Heimweh und am Scheideweg hinsichtlich seiner Zukunft kehrte Mads nach Skive zurück.
„Mein erstes Album enthielt elf Songs, die alle Radiosingles hätten sein können – elf potenzielle Hits. Aber sie waren einfach nicht ICH“, erinnert er sich. „Sie waren das, wovon ich dachte, dass es andere von mir erwarten. Was ich wirklich tun musste, war aufzuhören ein Rockstarleben zu leben und mich wieder auf meine Musik zu konzentrieren. Also ging ich zurück nach Skive, kaufte mir ein altes Auto und ging auf Tour“.
Und auf dieser Konzertreise, auf der er winzige Gigs in kleinen Clubs spielte, fand er sich selbst wieder und innerhalb von nur einem Jahr hatte er tausende neue Fans. Der Song „Fact-Fiction“ von seinem zweiten, selbst betitelten Album, brachte ihm zahlreiche weitere treue Anhänger. Er hatte es in weniger als zehn Minuten in den USA geschrieben und es spiegelte die ganze Verwirrung wieder, die er während seiner Zeit dort verspürt hatte. Den YouTube-Clip einer Live-Version des Songs sahen mehr als eine Million Menschen und die Ungeschliffenheit dieser Performance war letzten Endes auch der Katalysator für den gesamten Sound des Albums „Behold“.
„Behold“ spiegelt den konstanten Strom an Musik wider, der durch meine Adern fließt“, erklärt Mads. „Ich beobachte durch meine Musik und switche Ping-Pong-artig zwischen Text und Melodie hin und her, um Momentaufnahmen meiner Realität festzuhalten. Die Art und Weise, wie Keith Jarrett seine Hände völlig außer Kontrolle gerade lässt und durch Improvisation große, poetische Momente kreiert, hat mich sehr inspiriert. Ebenso wie weitere große Künstler, z.B. Ryan Adams und Jeff Buckley. Ich fühle mich zu allen Drein hingezogen, denn sie lassen sich von ihrer Intuition und spielerischen Musikalität an wunderschöne Orte führen. Meine Musik entspringt auf dieselbe Weise.“
Die erste Single „Microscope“ entstand in absoluter Abgeschiedenheit, drei weitere Songs bei Streifzügen durch London, wo er mit Martin Terefe (Ron Sexsmith, Jason Mraz etc.) aufnahm. Das Endresultat ist ein Album voller melodiöser Fragmente der poetischen Vision, die in Mads Kopf herum spuken. „Es gibt eine spezielle, nordische Pop-Melancholie, die man außerhalb Skandinaviens nur sehr selten nachvollziehen kann“, erläutert Terefe. „Wie ein introvertierter Mensch in einer extrovertierten Welt. Als ich Mads‘ Lieder hörte, nahm ich diese Melancholie natürlich wahr, aber er kombinierte sie mit erhebenden, epischen Melodien und Worten, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Ich glaube, Musikliebhaber auf der ganzen Welt werden mit seinen Songs etwas anfangen können.“
Obwohl er dieses Jahr erst 27 wird, hat Mads Langer bereits mehr als 250 Songs in seinem Leben geschrieben. Das Jahr 2011 ist für ihn ein Neubeginn. Denn zum ersten Mal in seiner Karriere hat Mads die komplette Kontrolle. Erstmals gelang es ihm, die intime Stimmung und Emotionen seiner Live-Auftritte, die er über alles liebt, einzufangen. Und zum allerersten Mal bestimmt seine ganz persönliche Vision die Agenda.
„Ich arbeitete mich durch ich-weiß-nicht-wieviele Neunziger-Jahre-Dance-Compilations, bevor ich endlich ein Stück fand, dessen Text einen Sinn hatte“, erinnert er sich. Der Song war „You’re Not Alone“ von Olive. „Ich arbeitete ein wenig an den Arrangements, flog nach Dänemark, ging in ein Studio, nahm das Lied in einigen weniges Takes auf und kehrte nach London zurück, ohne weiter darüber nachzudenken.“
Ein Jahr später stand Mads Langers gefühlvolle Version von „You’re Not Alone“ an der Spitze zahlreicher europäischer Charts und der Skandinavier fand sich plötzlich auf Bühnen vor mehr als 130.000 Zuschauern wieder, die seine Musik hören wollten. Jüngst wurde sein Song „The River Has Run Wild“ in der TV-Serie „The Vampire Diaries“ verwendet, der sich ebenfalls auf „Behold“ finden wird.
DAS ist die offizielle Geschichte. Diejenige, die wir alle kennen. Aber der Prozess, der letzten Endes zur Entstehung des intensiven, romantischen, fragilen und melancholischen Albums führte, beginnt weit früher. Als Sohn eines Lehrer-Ehepaars mit einem Faible für Musik, begann Mads bereits im Alter von drei oder vier Jahren mit Klavierstunden. Es gibt ein altes Foto von ihm, auf dem er als Kleinkind zu sehen ist. Er ist zu klein, um die Tastatur zu erreichen, aber er stellt sich auf die Zehenspitzen, um ein paar Töne spielen zu können. Auf gewisse Art und Weise ist genau dies der Ursprung von „Behold“. Neben der Verbesserung seiner musikalisch-handwerklichen Fähigkeiten, eignete sich Mads auch ein profundes Wissen an, dass sich von Klassik über Jazz bis zu Punk erstreckt. Und da ist nicht zuletzt seine Stimme, mit der er engelsgleiche Töne erzeugt und die oft mit dem Gesang von Jeff Buckley, Thom Yorke und Chris Martin verglichen wird.
Mit fünfzehn setzte sich Mads in den Kopf, eines Tages nach New York zu ziehen und Rockstar zu werden. Ein paar Jahre später lud ihn ein Talentscout nach einer Audition in der 20.000-Einwohner-Stadt Skive zu einem Bier ein und schlug ihm vor, er solle seine Songs nehmen und mit dem Zug nach Kopenhagen fahren. Als der 20-jährige mit ein paar selbst produzierten Demos im Gepäck in der dänischen Hauptstadt ankam, schien alles seinen richtigen Weg zu nehmen. Schnell stand er im Ruf, der kommende Popstar des Königreichs zu sein. Er war der junge Musiker, auf den man Auge haben sollte. Die Medien liebten ihn und die Musikindustrie war überzeugt davon, dass er den Durchbruch schaffen würde. Zwar gelang ihm gleich mit seiner Debütsingle ein Hit, doch das folgende erste Album fand leider kaum Beachtung.
Mit 22 fand sich Mads tatsächlich in New York wieder und sogar kurz davor, die Rockstar-Träumereien zu verwirklichen, die er sich sieben Jahre zuvor vorgestellt hatte. Wieder wurde ihm gesagt, er sei ein großes Talent, ein Star, eine Name mit Zukunft. Diesmal sollte der Traum tatsächlich Wirklichkeit werden. Doch Mads verspürte keine Euphorie mehr, er hatte genug von den Visionen, die andere Menschen von ihm hatten. Er hatte den Glauben daran verloren – und an seine Musik. Voller Heimweh und am Scheideweg hinsichtlich seiner Zukunft kehrte Mads nach Skive zurück.
„Mein erstes Album enthielt elf Songs, die alle Radiosingles hätten sein können – elf potenzielle Hits. Aber sie waren einfach nicht ICH“, erinnert er sich. „Sie waren das, wovon ich dachte, dass es andere von mir erwarten. Was ich wirklich tun musste, war aufzuhören ein Rockstarleben zu leben und mich wieder auf meine Musik zu konzentrieren. Also ging ich zurück nach Skive, kaufte mir ein altes Auto und ging auf Tour“.
Und auf dieser Konzertreise, auf der er winzige Gigs in kleinen Clubs spielte, fand er sich selbst wieder und innerhalb von nur einem Jahr hatte er tausende neue Fans. Der Song „Fact-Fiction“ von seinem zweiten, selbst betitelten Album, brachte ihm zahlreiche weitere treue Anhänger. Er hatte es in weniger als zehn Minuten in den USA geschrieben und es spiegelte die ganze Verwirrung wieder, die er während seiner Zeit dort verspürt hatte. Den YouTube-Clip einer Live-Version des Songs sahen mehr als eine Million Menschen und die Ungeschliffenheit dieser Performance war letzten Endes auch der Katalysator für den gesamten Sound des Albums „Behold“.
„Behold“ spiegelt den konstanten Strom an Musik wider, der durch meine Adern fließt“, erklärt Mads. „Ich beobachte durch meine Musik und switche Ping-Pong-artig zwischen Text und Melodie hin und her, um Momentaufnahmen meiner Realität festzuhalten. Die Art und Weise, wie Keith Jarrett seine Hände völlig außer Kontrolle gerade lässt und durch Improvisation große, poetische Momente kreiert, hat mich sehr inspiriert. Ebenso wie weitere große Künstler, z.B. Ryan Adams und Jeff Buckley. Ich fühle mich zu allen Drein hingezogen, denn sie lassen sich von ihrer Intuition und spielerischen Musikalität an wunderschöne Orte führen. Meine Musik entspringt auf dieselbe Weise.“
Die erste Single „Microscope“ entstand in absoluter Abgeschiedenheit, drei weitere Songs bei Streifzügen durch London, wo er mit Martin Terefe (Ron Sexsmith, Jason Mraz etc.) aufnahm. Das Endresultat ist ein Album voller melodiöser Fragmente der poetischen Vision, die in Mads Kopf herum spuken. „Es gibt eine spezielle, nordische Pop-Melancholie, die man außerhalb Skandinaviens nur sehr selten nachvollziehen kann“, erläutert Terefe. „Wie ein introvertierter Mensch in einer extrovertierten Welt. Als ich Mads‘ Lieder hörte, nahm ich diese Melancholie natürlich wahr, aber er kombinierte sie mit erhebenden, epischen Melodien und Worten, die mir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Ich glaube, Musikliebhaber auf der ganzen Welt werden mit seinen Songs etwas anfangen können.“
Obwohl er dieses Jahr erst 27 wird, hat Mads Langer bereits mehr als 250 Songs in seinem Leben geschrieben. Das Jahr 2011 ist für ihn ein Neubeginn. Denn zum ersten Mal in seiner Karriere hat Mads die komplette Kontrolle. Erstmals gelang es ihm, die intime Stimmung und Emotionen seiner Live-Auftritte, die er über alles liebt, einzufangen. Und zum allerersten Mal bestimmt seine ganz persönliche Vision die Agenda.







